CO2-Emissionen in Gebäuden: Studie der DGNB mit neuen Erkenntnissen

Das Pariser Klimaabkommen hat im Jahr 2015 eindeutige Ziele definiert: Die signifikante Reduktion des CO2-Ausstoßes in den EU-Ländern ist beschlossene Sache, ebenso wie die Klimaneutralität bis 2050. Inzwischen wurden die Klimaschutzvorgaben erneut verschärft. Fest steht, dass sich für eine Realisierung die Umweltbilanz des ganzen Landes stark verbessern muss. Das gilt insbesondere für den Immobilienbereich.

Denn dieser hat die von der Bundesregierung ausgegebenen Ziele bislang nicht erreichen können: Die Grenze von 118 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente wurde im vergangenen Jahr überschritten. Konkret heißt das, es gibt dringenden Handlungsbedarf beim Thema nachhaltige Immobilien. Wie genau vorgegangen werden muss, um Objekte so nachhaltig wie möglich zu gestalten, ist allerdings nicht wirklich geklärt. Eine neue Untersuchung zu diesem Thema konnte wichtige Anhaltspunkte liefern: Die Ergebnisse einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) haben gezeigt: Bei der CO2-Emission von Gebäuden gibt es dringenden Handlungsbedarf, denn dabei handelt es sich um einen Sektor mit maßgeblichem Anteil am CO2-Ausstoß. Dabei lag der Fokus in den vergangenen Jahren vor allem auf dem Gebäudebetrieb, während das Objekt selbst nur wenig beachtet worden ist. Im Rahmen der aktuellen Studie konnten zu diesem Aspekt neue Erkenntnisse gewonnen werden. Aus den bisherigen Ergebnissen lassen sich zudem Benchmarks für die zukünftige CO2-Emissionen bei Gebäuden feststellen.

SCHLÜSSELASPEKTE FÜR DIE NACHHALTIGKEIT VON IMMOBILIEN

Für die Stichprobe wurde die Ökobilanz von insgesamt 50 Gebäuden untersucht, die in ihrer Größe in drei verschiedene Gruppen zwischen 500 m2 und 50.000 m2 eingeteilt wurden. Unter den aufgenommenen 46 Büro- und vier Wohngebäuden fanden sich Holz- und Holzhybridgebäude, aber auch Massivbau sowie Stahlbeton-Skelettbauweise. Im Schnitt liegt der CO2-Ausstoß acht Prozent unter dem Referenzwert der DGNB, allerdings gehen die Werte im Einzelnen stark auseinander.

Eine zentrale Erkenntnis ist die Tatsache, dass eine große Menge der Treibhausgasemissionen entsteht, noch bevor ein Gebäude genutzt wird. So liegt das Verhältnis Bau/Nutzung im Schnitt 35 – 65 Prozent, was bedeutet, dass bei Planung und Errichtung von Gebäuden ein Drittel der CO2-Emssionen eingespart werden könnten. Herstellung und Errichtung sind demnach Schlüsselaspekte für die Nachhaltigkeit bei Immobilien.  Da in jüngerer Vergangenheit enorme Fortschritte beim Thema Energieeffizienz von Neubauten gemacht wurden, gibt es hier großes Potenzial.

SO KÖNNEN CO2-EMISSIONEN IN BAUWERKEN REDUZIERT WERDEN

Im Rahmen der Untersuchung stellte sich heraus, dass vor allem Holz- und Holzhybrid deutlich geringere Treibhausgasemissionen aufweisen als die übrigen Bauweisen. Da allerdings nur drei solche Gebäude analysiert worden sind, lassen sich aus den Ergebnissen keine Regeln ableiten. Darüber hinaus halten die Autoren der Studie fest, dass unter den Objekten mit der besten Bilanz alle unterschiedlichen Bauweisen abgedeckt werden. Die Konstruktionsart allein scheint demnach nicht allein die Ökobilanz eines Objektes zu entscheiden.

Aus der Studie lassen sich auch Hinweise ziehen, wie die Co2-Emissionen in Bauwerken reduziert werden könnten. Kriterien für eine klimaschonende Konstruktion sind etwa eine hohe Flächensuffizienz, kreislauffähige Konstruktion, flexible Nutzbarkeit, geringer Materialverbrauch und natürlich niedriger CO2-Abdruck der Materialien. Hohe Gebäude mit starkem Deckenanteil schnitten in der Bewertung entsprechend schlecht ab. Holz- und Holzhybridbauweisen stellten sich dagegen als besonders klimapositiv heraus. Weitere Untersuchungen sind angekündigt. Auch sie dürften spannende Ergebnisse liefern.